So einerseits etwa die abstra kt kubischen Formen des Flach dachbaukörper s un d di e r e chteckige n Wandscheibe n al s „ Orte“, die den B ezug z. B. zum modernen Typus der se- riellen Aneinanderrei hung anschneiden, wie er in Reihen- hausanlagen, d ie im weiteren Umf eld j etzt generell auch in den Dörf ern entstehen oder etwa auch im Krafthaus Otten- stein angewandt wird, als dem geträumten Traum der ku- bischen Abs traktion (der Moderne) in ihrer „Ortlosigkeit“ und strategischen Internationalität, letztlich auch mitsamt der immanenten Intention grenzenlosen Wachstums, . . .
. . . andererseits, dem entgegengesetzt, der von einem Sat- teldach abgeschlossene, längs gestrec kte Flachbau, der der Gestalt unmittelbar am Fluss entlang liegender Sägewerke folgt , in denen die frühindus trielle W asserkraf tnut zung für d en Holzzuschnitt angewendet wird und die so in die zeitliche Tie f e dieser Flusslandschaften reicht. Sie sind geprägt vo n der charakteristischen Einheit von topographischer Sensi- bilität und dem Einsatz des frühen technischen Fortschritts, in dieser Frühform des Sägewerks also ein gegenüber dem Gedanken der Moderne grundsätzlich anderes, fremdes.
Inwiefern bilden nun, einander „durchkreuzend“, der fl ache Satteldach-Baukörper und die abstrakt -kubischen Elemente, je für sich alleine betrachtet bereits „historische“ Formen, ein anderes, ein noch nicht fassbares Ganzes, u. z. in Gestalt einer Annäherung zweier in nicht vermit telbar em Widerstreit stehender Grundformen, deren gedankliche Dualität auch k eine Synthese aus einem Weder-noch (in aussparender Abwesenheit) oder ein Sowohl-als-auch (in einem gleichwertigen Nebeneinander) zulässt?
Der andere, hier noch häu fi gere Typus der Mühle kommt of t auch zusammen mit einem Sägewerk als „Sägemühle” vor, wenn auch baulich meist voneinander getrennt. Die gewählt e räumliche Durchdringung beider, des langgestreckten Sägewerkstypus und der hier in die Form eines hochrecht- eckigen Kubus vereinfachte, sich eher vertikal entwickelnde Mühlentypologie bringt einerseits eine analoge räumliche Ver dich- tung mit diesen Elementen, zugleich aber auch eine be wuss t intendier te Ver fr emdung, f ormulier t so eher einen Widerspruch:
In den anschließenden textlichen Ausführungen wird ansatzweise angedeutet, wie die in diesem Projekt gewählten, gegen- einander gesetzten architektonischen Typologien als Fragen zum Ort, a ls Elemente, die wesentliche Gehalte des Raumes eröff- nen, ins Spiel gebracht werden sollen:
die Außenwände des „Sägewerks”-Baukörpers nehmen die „historische“ Holzverschalung auf; v.a. an der SO-Außen- wand klingt mit tie fl iegenden, ausgeprägt kleinformatigen Lochfenstern zusätzlich die Fassadenidentität der bäuerli- chen Dreiseithöfe an, da auf diese Weise auch das im Inne- ren dieser Architektur en herrschende Raumgefühl in seiner Wesenhaftigkeit noch verstärkt werden kann, zugleich wird
nach NW, zum bergseitigen Geländ e hin, steht das Gebäude „im Boden”, bild et mit dem überdachten Schwellenbereich vor der Außenwand und der davorliegenden Grün fl äche eine gemeinsame räumliche Einheit, . . .
. . . , wäh r en d i n Differenz d az u a n de r SO-Seit e di e S ok- kel zo n e zurückspringt , dami t de n darüberliegende n Bau- körper „schw eben” lässt, wobei innerhalb dieser Verschie- denartigkeit vielleicht ein befremdliches Zwischen eintritt.
Einen weiteren wesentlichen Aspekt in der Gestaltung des Bauk örpers betrifft dessen Bodenbezug:
diesem aber mit der architektonischen Wahl des Fenster- bandes - südöst lich ein schmales, nordwestlich zum Berg- hang hin ein breites - ein komplementäres Element, wie es in den Baut en der klassischen Moderne entwickelt wurde, hier v.a. aber oft in Form von unmittel bar unter den Dach trauf e n verlauf ende n F e n s terbänder n vo n landwirtschaft lichen oder industriellen Hallenbauten vorkommt, entgegengesetzt .
Diese Gegenwendigkeit wird auf der Ebene der Fassadenflächen, als die den Baukörper selbst wiederum verschachtelt bestim- menden Teilelemente, erneut gesetzt:
Werden generell mit diesen zugleich als „Ränder“ gesetzten Elementen von Jüngstvergangenem und spezi fi sch Fernverg ange- ne m die tieferen Gehalte des Raumes in ein Offenes gebracht, in deren Zusammen, noch unartikuliert, ein bereits darüber hinausgehendes anderes anklingt?
Bei der Konzeption des in den späten 1970er Jahren ent- wickelten ursprünglich en Gebäudeentwurfs für eine Skilift- station wurde bereits versucht, an die Typologien des Um- raumes anzuknüpfen, wie z.B. an d ie Sägewerksarchitek- turen oder die zahlreichen Mühlen entlang der Krems.
Alle im a ktuellen Entwurf für die Umnutzung des Gebäudes geplanten Umbaut en schließen an diese ursprüngliche, beim Neubau geltend e Entwurfskonzeption an; es wird versucht, diese weiterzuentwickeln, d.h., die Setzungen dieser b eiden Entwurfsphasen werden als Einheit betrachte t
lageplan 0 50 100m
Die geänderten Nutzungen umfassen nun eine Ferienwohnung im Bereich das ehemaligen Maschinenhauses sowie - begünstigt durch die ursprünglich rein architektonische Typologie - ein Kleinsägewerk, das über einen nach außen ver- laufenden Schienenstrang beschickt wird.
projekt umbau / skiliftsta tion
oswald ploner. architekt
_eBENE 1 0             5            10m _eBENE 2 _dd 3 1 _schnitt 1 _schnitt 3 _ansicht  so   _ansicht  sw  _ansicht  no   _ansicht  nw  2 1