das
Wasserschloss
ist
Teil
der
Wasserkraftanlage
mit
Druckstollen;
es
dient
als
Überlaufbehälter
für
den
Ausgleich
der
dynamischen
Belastungen
in
der Druckleitung.
1
Funktional
wird
an
dieser
Stelle
die
Einzeldruckleitung
i
n
zwei
mit
Fallschütz
en
abschließbare
Leitungen
aufgeteilt
-
was
zugleich
auch
einer
eigenen
Form
entspricht,
d.h.
rein
ab-
strakt
also
auch
einer
Schaltstelle,
einer
Art
Gelenk
unter-
irdisch
dynamischer
Architektur
en
Gleichzeitig
zu
diesem
dynamisch-industriellen
Architektur-
element
wird
auf
der
typologischen
Ebene
des
Baukörpers
eine
Referenz
erfragt
zu
den
ganz
anderen,
muralen
Früh-
formen
des
näheren
Umraumes,
wie
sie
aus
massiven
Stein-
mauern
a
n
Hängen
oder
auf
der
Talkrone
errichtet
und
z.B.
an
mehreren
Burgruinen
i
n
den
Orten
unterhalb
des
Ent-
wurfsstandortes noch heute sich
tbar sind:
.
.
.
sie
verleihen
dem
sie
umgebenden
Naturraum
allein
von
ihrer
solitären
Qualität
her
Identität
und
erzählen
ihre
ganz
eigenen
Geschichten
,
dem
Gedanken
der
Moderne,
wie
etwa
in
der
Druckrohrleitungen
realisiert,
gänzlich
ent-
gegenstehend,
in
diesem
Spannungsfeld
anderes
freige-
bend.
Der
Umraum
des
ca.
50m
bergsei
tig
zum
Krafthaus
gelegenen
Wasserschlosses
wird
eben
so
von
der
Natur-
landschaf
t
eines
ausgedehn-
ten,
weitgehend
unbebauten
Mischwaldes
bestimmt,
so
wie
die
bauliche
Anlage
selbst
auch
im
Zusammen-
hang
mit
den
industriellen
Wasserkraftanlagen
der
Um-
gebung,
die
vom
Wasserrad
bis
zu
den
mit
Drucklei-
tungen
versehenen
Spei-
cherkraftwerken
am
nahen
Kamp reichen, zu sehen ist.
Insgesamt
bringt
der
Ent-
wurf
begegnende
Typolo-
gien
in
eine
„befemdende“
räumliche
Nähe,
stellt
einen
veränderten
Bezug
zu
den
hierher
reichenden
nah-fer-
nen
Raum-Zeit-Schichten
her
WEHR
STOLLEN
K
RAFTHAUS
WASSERSCHLOS
S
.
.
.
ein
nochmals
ganz
anderer
Blickpunkt
jener,
von
dem
aus
die
b
auliche
Anlage
typologisch
i
n
einem
Ü
berschneidung
s-
punkt
mehrere
Wegetypen
konzentriert,
etwa
kurzläu
fi
ge
Fußwege,
weitführende
Wander-
und
Fahrwege,
u.z.
in
dy-
namischer
Entsprechung
zu
den
Wasserwegen
der
unterir
di-
schen
Rohrleitungen,
d
.h.,
der
Ort
erschließt
über
diese
Wege
den
Umraum
und
versammelt
ihn
wie
auch
eine
Brücke in dieser
Wegkreuzun
g.
Einen
anderen
hier
potentiell
vorhandenen
typologischen
Bezugspunkt
eröffnet
der
Raumgedanke
des
Aussichts
tur-
mes,
wie
z.B.
in
der
nahen
Sandlw
arte
realisiert,
die
ebenso
als
Sol
itär,
einen
weitum
unbebaut
en,
bewaldeten
Natur-
raum
von
der
Donautal-Krone
aus
überragt
und
von
wo
man
von
der
obersten
Ebene
des
Turmes
aus
die
rundum
tiefer
liegenden Landsch
aft
sräume überblickt
;
. . .
Im
Entwurf
wird
die
Wegkreuzung
auf
das
Niveau
der
Aussichtsebene
angehoben
und
so
die
diff
erenten
Elemente
in
einen
räumlichen
Bezug
gesetzt:
weder
alleine
Aussichtsplateau
noch
Wegkreuzung
noch
beides
zugleich,
also
ein
Dazwischen
bildend, eine
Art Zwischenraum, sich
so der Bestimmbarkeit
entziehend?
Ergibt
alles
zusammen
vielleicht
eine
ganzheitliche
Gestimmtheit,
die
sich
aus
der
Überlagerung
und
Konzentration
dieser
hier
angedeuteten
(und
als
solche
noch
weit
fortsetzbaren),
den
Umraum
in
seinem
Wesen
ausmachenden
Gehalte
erschließt,
die
aus dieser konkreten, unerwartbaren räumlichen Annäherung der Typologien entsteht?
Schnitt 4
projekt umgestaltung des wasserschlosses / kleinkraftwerk a.d.
gr. krems
oswald ploner. architekt
Wie
die
Druckleitungen
begegnen
im
Umraum
auch
Stahl-
fachwerkkonstruktionen
als
weitere
Erscheinungsform
der
Moderne,
so
etwa
bei
b
rückenbauten,
die,
ausgehend
vom
v
orstadtbereich
k
rems,
vor
allem
entlang
der
f
lussläufe
als
s
trassen-
oder
e
isenbahnbrücke
bis
hinauf
in
die
h
ochlagen
des
w
aldviertels anzutreffen sind.
e
in
zu
diesen
s
tahlgitterkonstruktionen
konstruktiv
komple-
mentärer,
aber
raumzeitlich
nahestehender
t
yp
ist
das
s
icht-
ziegelmauerwerk,
wie
es
in
den
ebenfalls
frühindustriellen
s
chornsteinbauten
im
unteren
k
remstal
vorkommt,
aber
auch
für
die
im
Naturraum
außerhalb
der
d
örfer
liegenden
kleinen
Ziegelöfen,
obzwar
in
die
Landschaft
eingebettet
und so kaum sichtbar, charakteristisch ist.
Ebene 2